Automobilclub-Wittlich e.V.
 

Ein Blick in die Wertungsprüfungen
0,00 Sekunden. Zumindest auf der Ergebnisliste geht es kaum näher an eine Sollzeit heran.
Bei der 5. Wittlicher Säubrenner Classic gelang dieses Kunststück gleich mehrfach. Doch ein genauerer Blick auf die Ergebnisse zeigt auch, dass eine nahezu perfekte Wertungsprüfung allein noch lange nicht für den Gesamtsieg reicht. Wer am Ende ganz vorne stehen will, muss über einen ganzen Tag möglichst konstant unterwegs sein.
Vier Wertungsprüfungen, zwei Sonderprüfungen und die Bordkarten gingen in die Wertung ein. Manchmal lagen zwischen Soll und Ist tatsächlich nur wenige Hundertstelsekunden.


Eine Punktlandung zum Auftakt
Schon bei der ersten Wertungsprüfung in Neuerburg zeigte sich, wie präzise die Teams unterwegs waren.
Bei Andreas Theobald und Petra Stein im Ford Capri wird in der Ergebnisliste eine Abweichung von 0,00 Sekunden ausgewiesen. Ralf Butterweck und Axel Rees lagen lediglich 0,05 Sekunden neben der Sollzeit. Michael Weber und Mercedes Isabelle Remme sowie Fabian Hector und Nico Meierer folgten mit jeweils 0,06 Sekunden Abweichung.
Wer an dieser Stelle genauer in die Ergebnisliste schaut, entdeckt bei Theobald und Stein trotz der ausgewiesenen Abweichung von 0,00 Sekunden noch 0,02 Strafpunkte. Auch bei anderen Ergebnissen finden sich solche kleinen Unterschiede. Offenbar wurde bei der Berechnung der Strafpunkte genauer gerechnet, als es die auf Hundertstelsekunden dargestellten Zeiten erkennen lassen. Eine sehr kleine Abweichung kann in der Ergebnisliste deshalb bereits als 0,00 Sekunden erscheinen und trotzdem noch zu wenigen Strafpunkten führen.
Das zeigt, wie knapp es bei den Wertungsprüfungen tatsächlich zuging.


Noch einmal 0,00 Sekunden in Greimerath
Auch bei der zweiten Wertungsprüfung in Greimerath weist die Ergebnisliste für ein Team 0,00 Sekunden Abweichung aus. Diesmal waren es Erwin Eberhard und Gabi Skaun.
Direkt dahinter wurde es richtig eng. Rudolf Schmitt und Anna-Lena Jung sowie Antje Diesler und Simone Eifler lagen jeweils nur 0,02 Sekunden neben der Sollzeit. Michael Weber und Mercedes Isabelle Remme sowie Andreas Theobald und Petra Stein folgten jeweils mit 0,08 Sekunden.
Das sind Zeitspannen, die man im Alltag kaum wahrnimmt. Bei einer Wertungsprüfung können genau solche Hundertstelsekunden den Unterschied machen.


Gladbach und Zimmet bleiben eine Sache von Hundertsteln
Auch bei der dritten Wertungsprüfung in Gladbach setzte sich dieses Bild fort. Alexander und Emma Beu im Porsche 911 Carrera verfehlten die Sollzeit nach der Ergebnisliste gerade einmal um 0,02 Sekunden.
Bei der vierten Wertungsprüfung in Zimmet waren schließlich Wolfgang und Uschi Heinz im Ford Escort besonders nah an der Vorgabe. In der Liste werden lediglich 0,03 Sekunden Abweichung ausgewiesen.
Michael Weber und Mercedes Isabelle Remme folgten mit 0,06 Sekunden, Christoph Schackmann und Johannes Dichter mit 0,07 Sekunden und Peter Schuler und Yannic Wilkin mit 0,08 Sekunden.
Vier Wertungsprüfungen mit teilweise bemerkenswerten Einzelresultaten. Und trotzdem entschied keines davon allein über den Gesamtsieg.


Eine perfekte Prüfung ist eben nur eine Prüfung
Genau hier wird der Blick auf die Gesamtwertung interessant.
Jörg und Barbara Hahn im Mercedes-Benz W126 erzielten bei keiner der vier Wertungsprüfungen den jeweils niedrigsten Wert des gesamten Starterfeldes.
Ihre Strafpunkte aus den vier Wertungsprüfungen betrugen 1,58, 1,17, 0,67 und 1,78 Punkte. Keine spektakuläre Nullrunde, dafür aber auch kein großer Ausreißer.
Bei der ersten Sonderprüfung kamen lediglich weitere 0,60 Punkte hinzu. Die zweite Sonderprüfung absolvierten sie ohne Strafpunkte. Auch auf den beiden Bordkarten blieb ihre Wertung sauber.
Am Ende standen 5,80 Strafpunkte und der Gesamtsieg.
Gerade im Vergleich mit den teilweise auf wenige Hundertstelsekunden an die Sollzeit herangefahrenen Einzelresultate zeigt sich damit, worauf es über den gesamten Tag ankam. Konstanz.


Nicht nur Sekunden entscheiden
Dass eine Classic mehr verlangt als ein gutes Gefühl für die Zeit, zeigten die beiden Sonderprüfungen.
Bei der ersten Sonderprüfung bei der Firma Kees wurde aus Sekunden plötzlich Zentimeterarbeit. Der Sollwert lag bei 0,0 Zentimetern. Lothar und Alexander Hansen kamen mit nur 1,0 Zentimeter am nächsten an die Vorgabe heran und blieben damit ohne Strafpunkte.
Jörg und Barbara Hahn erreichten bei dieser Aufgabe 14,5 Zentimeter und erhielten dafür 0,60 Strafpunkte.
Bei der zweiten Sonderprüfung in Wengerohr wartete schließlich eine Führerscheinfrage auf die Teams. Für eine richtige Antwort gab es keine Strafpunkte. Eine falsche Antwort kostete dagegen gleich fünf Punkte.
Und fünf Punkte sind eine ganze Menge, wenn bei den Wertungsprüfungen zuvor um Hundertstelsekunden gekämpft wurde.


Drei Podiumsplätze, drei unterschiedliche Wege
Wie sehr sich einzelne Ergebnisse auf die Gesamtwertung auswirken können, zeigt ein Vergleich der drei bestplatzierten Teams.
Die späteren Zweitplatzierten Peter Schuler und Yannic Wilkin im Porsche 924 waren bei mehreren Wertungsprüfungen ausgesprochen stark. Bei der ersten Wertungsprüfung wurden 0,54 Strafpunkte notiert, bei der zweiten waren es 0,61 und bei der vierten sogar nur 0,40 Punkte.
Bei der dritten Wertungsprüfung kamen allerdings 3,98 Punkte hinzu. Noch deutlicher fiel die erste Sonderprüfung mit 7,20 Strafpunkten ins Gewicht.
Am Ende standen 12,73 Punkte und Platz zwei.
Auch bei Ulf Wilke und Petra Niebuhr im BMW E30 zeigt sich, wie schnell sich das Gesamtbild verändern kann. Bei der ersten Sonderprüfung gehörten sie mit lediglich 0,20 Strafpunkten zu den Besten. Auch durch die vier Wertungsprüfungen kamen sie ohne einen entscheidenden Ausreißer.
Auf der zweiten Bordkarte kamen jedoch 10 Strafpunkte hinzu.
Mit insgesamt 14,98 Punkten erreichten sie dennoch Platz drei der Gesamtwertung.
Damit zeigen die drei Podiumsplätze sehr anschaulich, wie eine solche Wertung funktioniert. Ein sehr gutes Einzelergebnis hilft. Ein Fehler kann teuer werden. Entscheidend ist am Ende die Summe aus allen Prüfungen und Aufgaben.


Der ganze Tag zählt
Eine auf der Ergebnisliste mit 0,00 Sekunden ausgewiesene Abweichung bleibt beeindruckend. Ebenso Ergebnisse von zwei oder drei Hundertstelsekunden. Sie zeigen, mit welcher Präzision Fahrer und Beifahrer unterwegs waren.
Die Gesamtwertung erzählt jedoch noch eine andere Geschichte.
Wer vorne landen möchte, muss nicht in jeder einzelnen Prüfung der Beste sein. Viel wichtiger ist es, immer wieder gut zu sein. Die Wertungsprüfungen sauber fahren, bei den Sonderprüfungen möglichst wenig liegen lassen und auch bei den Bordkarten keine unnötigen Punkte sammeln.
Jörg und Barbara Hahn gelang genau das über den gesamten Veranstaltungstag.
Am Ende war es nicht die eine perfekte Prüfung, die über den Gesamtsieg entschied. Es war die Konstanz über den ganzen Tag.


 
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