Automobilclub-Wittlich e.V.
 

5. Wittlicher Säubrenner Classic mit Rekordstarterfeld

Foto: Max Friedhoff

Noch lag am frühen Sonntagmorgen Nebel über Wittlich-Neuerburg, als sich die Wiese an der Bürgerhalle langsam mit Oldtimern und Youngtimern füllte. Nach und nach trafen die Teilnehmer ein, erste Gespräche wurden geführt und aus der noch ruhigen Wiese wurde das Fahrerlager der 5. Wittlicher Säubrenner Classic.

Mit 74 Anmeldungen hatte die Veranstaltung bereits im Vorfeld einen neuen Rekord erreicht. Vier Fahrzeuge mussten kurzfristig passen, sodass schließlich 70 Teams an den Start gingen.

Neuerburg war dabei bereits zum dritten Mal Start und Ziel der Classic.


Eine Strecke entsteht nicht nur am Schreibtisch

Was für die Teilnehmer am Sonntag eine rund 150 Kilometer lange Fahrt durch die Region war, hatte für Axel Weinand schon lange vorher begonnen.
Als Streckenbauer stellt Axel Weinand die Route zusammen, fährt sie ab und prüft, ob das, was auf dem Papier funktioniert, auch auf der Straße passt. Selbst eine eigentlich fertige Strecke kann durch kurzfristige Sperrungen noch Änderungen notwendig machen.

Unterstützung erhält der AC Wittlich auch unmittelbar vor Ort. Udo Reihsner, Ortsvorsteher von Wittlich-Neuerburg, unterstützt die Classic seit Jahren. In diesem Jahr kam ein zusätzlicher Zugang zur Wiese hinzu, der bei dem großen Starterfeld die Organisation der Fahrzeuge erleichterte.

Dabei kennt Udo Reihsner die Classic nicht nur aus Sicht des Unterstützers. Auch in diesem Jahr nahm er selbst wieder an der Veranstaltung teil.


Am Samstag wird aus einer Halle ein Veranstaltungsort

Für viele Vereinsmitglieder begann die Classic bereits am Tag zuvor.
Am Samstag wurde an und in der Bürgerhalle aufgebaut. Werbebanner wurden angebracht, Tische vorbereitet und alles für den nächsten Morgen hergerichtet. Auch die eigens gestalteten Tischsets mit Fahrzeugmotiven aus dem aktuellen Starterfeld lagen wieder bereit.
Dabei spielte es beim Aufbau keine große Rolle, aus welchem Bereich des AC Wittlich jemand kommt. Mitglieder aus dem Oldtimerbereich packten ebenso mit an wie Vereinskameraden aus dem Kartsport.


Eine besondere Erinnerung an die fünfte Classic

Am Morgen wartete auf die Teilnehmer noch eine kleine Besonderheit. Zum fünften Jubiläum gab es eine eigens gestaltete Sammler-Designertasse mit einem Motiv des Künstlers Uli Hack.
Uli Hack beschäftigt sich seit Jahrzehnten künstlerisch mit Automobilen und Motorsport. Seine Arbeiten führten ihn im Laufe seiner Karriere bis in das Umfeld der Formel 1. 


Geschichten sammeln, bevor es losgeht

Während draußen noch der Nebel über Neuerburg lag, war Andreas Külzer bereits zwischen den Fahrzeugen unterwegs.
Auch in diesem Jahr übernahm er wieder die Rolle des Sprechers. Seine Arbeit begann allerdings lange bevor das erste Fahrzeug am Start stand. Noch vor der Fahrerbesprechung suchte er das Gespräch mit Teilnehmern und sammelte Informationen und kleine Geschichten über Fahrer und Fahrzeuge.
So gab es später am Start nicht nur Startnummer, Marke und Modell zu hören.


Für den Ablauf der Veranstaltung trug Fahrtleiter Walter Knopp die Verantwortung. Nach Begrüßung und Fahrerbesprechung rückte schließlich der Moment näher, auf den viele gewartet hatten.

Um 10:01 Uhr wurde es laut

Foto: Max Friedhoff

Pünktlich um 10:01 Uhr ging das erste Fahrzeug auf die Strecke. Danach folgte das Starterfeld im Minutenabstand.
Ganz still geschah das nicht. Traditionell begleiteten die Neuerburger Böllerschützen den Start der ersten Teilnehmer. Damit war auch akustisch nicht zu überhören, dass die Säubrenner Classic unterwegs war.
Auch das Wetter spielte mit. Der Nebel des frühen Morgens verzog sich und machte Platz für einen trockenen und zunehmend sonnigen Veranstaltungstag.


Unterwegs war Präzision gefragt

Vor den Teams lagen rund 150 Kilometer. Vier Wertungsprüfungen, zwei Sonderprüfungen und die Aufgaben der Bordkarten gehörten zum Programm.

Dabei ging es nicht um Geschwindigkeit. Bei den Wertungsprüfungen mussten vorgegebene Sollzeiten möglichst genau getroffen werden. Auch bei den Sonderprüfungen und den Aufgaben entlang der Strecke waren Konzentration und ein gutes Zusammenspiel von Fahrer und Beifahrer gefragt.

Zur Mittagszeit führte die Fahrt nach Dörbach bei Salmtal. Nach der Pause machten sich die Teams auf den zweiten Teil der Strecke, bevor am Nachmittag nach und nach die ersten Fahrzeuge wieder nach Neuerburg zurückkehrten.

Wie eng es unterwegs teilweise zuging, zeigt ein genauer Blick in die Ergebnisse. Mitunter entschieden nur Hundertstelsekunden über die bessere Wertung.


Hinter dem letzten Teilnehmer wird wieder aufgeräumt

Patrik v. Haaren folgte dem Teilnehmerfeld mit dem Schlusswagen. Was zuvor entlang der Route zur Kennzeichnung angebracht worden war, sammelte er unterwegs wieder ein.

So wurde hinter dem letzten Teilnehmer Stück für Stück auch die Strecke wieder aufgeräumt.


Während die einen noch fuhren, wurde längst ausgewertet

Auch bei der Auswertung halfen die Erfahrungen aus dem Vorjahr. Drei der vier Wertungsprüfungen lagen diesmal bereits im Vormittagsabschnitt. Am Nachmittag kam nur noch eine weitere WP hinzu.

Bei Zeitnahme und Auswertung konnte sich der AC Wittlich auf Bernd Halffmann verlassen. Er unterstützt den Verein mit der notwendigen Technik und seiner Erfahrung und behält auch dann den Überblick, wenn aus Zeiten, Abweichungen und Fehlerpunkten schließlich eine Ergebnisliste werden muss.

Durch die Aufteilung der Wertungsprüfungen konnten Bernd Halffmann und die ihn unterstützenden Vereinsmitglieder schon früh mit einem großen Teil der Auswertung beginnen. Während draußen noch gefahren wurde, wurde drinnen bereits gerechnet.

So standen die Ergebnisse rechtzeitig fest und die Siegerehrung konnte pünktlich um 19 Uhr beginnen.


Die Sieger der fünften Classic

Foto: Christian Schmitt -Vor der Siegerehrung: Links: Sprecher Andreas Külzer Mitte: Fahrtleiter Walter Knopp und Michael Clever

Den Gesamtsieg sicherten sich Jörg Hahn und Barbara Hahn im Mercedes-Benz W126 mit 5,80 Strafpunkten.

Auf Platz zwei folgten Peter Schuler und Yannic Wilkin im Porsche 924 mit 12,73 Strafpunkten. Ulf Wilke und Petra Niebuhr komplettierten im BMW E30 mit 14,98 Strafpunkten das Podium.

Auch die Mannschaftswertung gehörte in diesem Jahr wieder zum Programm. Dabei gab es eine Premiere. Erstmals wurde um einen Wanderpokal gefahren.

Als erstes Team durfte sich Sternschnuppen Wittlich in die Siegerliste eintragen. HRRT Germany belegte Rang zwei, Reihsner Motorsport, Wittlich komplettierte als Dritter das Podium.

Die vollständigen Ergebnislisten mit Gesamtwertung, den Wertungen für Oldtimer und Youngtimer sowie den einzelnen Wertungsprüfungen, Sonderprüfungen und den Bordkarten sind inzwischen veröffentlicht. Wer genauer wissen möchte, wo Punkte gewonnen oder verloren wurden, kann dort noch einmal in Ruhe nachschauen und vergleichen.

Viele Hände, die in keiner Ergebnisliste stehen

Eine solche Veranstaltung besteht aus weit mehr als den Ergebnissen, die am Abend auf dem Papier stehen.
An den Wertungsprüfungen waren Helfer im Einsatz. Andere kümmerten sich um die Bürgerhalle, die Strecke, die Organisation vor Ort oder die Auswertung. Vieles davon bleibt für die Teilnehmer beinahe unsichtbar.

Foto: Christian Schmitt

Und wenn für die Teilnehmer langsam der gemütlichere Teil des Abends beginnt, ist der Arbeitstag für die Helfer noch nicht vorbei.

Was am Samstag aufgebaut wurde, muss schließlich wieder abgebaut und verstaut werden. Manches geht dabei erstaunlich schnell. Ein großer Torbogen ist dank elektrischer Unterstützung recht flott aufgeblasen. Wenn das gute Stück am Abend allerdings wieder zusammengelegt und verstaut werden soll, sind ein paar zusätzliche Hände ausgesprochen willkommen.

Auch hier wurde wieder gemeinsam angepackt.


Ein letzter Blick auf den Pokal


Foto: Christian Schmitt

Nach der Siegerehrung wurde es langsam ruhiger rund um die Bürgerhalle.
Die ersten Teilnehmer machten sich auf den Heimweg. Andere standen noch zusammen, sprachen über den Tag und natürlich auch über die Ergebnisse. Nach rund 150 Kilometern und einem langen Veranstaltungstag gab es schließlich einiges zu erzählen.





Wer einen Pokal mit nach Hause nehmen durfte, holte hier und da noch einmal das Handy hervor. Ein Foto mit der Trophäe, ein Selfie als persönliche Erinnerung an den Tag.


Foto: Christian Schmitt
 
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